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Flachdach abdichten erklärt

Vier Wege ein Flachdach mit Attika sicher abzudichten

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Wichtige Anforderungen die beim Flachdach abdichten zu beachten sind

Die Flachdachabdichtung ist ein unverzichtbarer Bestandteil eines Flachdach mit Attika, der für den Schutz vor Niederschlagswasser und anderen Umwelteinflüssen sorgt. Sie wird im Dachrand an der Attika nach oben geführt und dient als Trennung zwischen der Gebäudekonstruktion und der Umwelt. Besondere Beachtung muss bei der Wahl der Abdichtungsbahn der Einfluss von UV-Strahlung finden, da das Material im Bereich der Attika in der Regel sichtbar und somit besonders exponiert ist. Denn um die abdichtende Funktion über die gesamte Lebensdauer erfüllen zu können, muss die Dachbahn hohen Temperaturen (bis zu 80K in zwölf Stunden) und UV-Belastungen (bis zu 1200W/m2) dauerhaft standhalten. Aus diesem Grund kommen vor allem UV-beständige Kunststoffdichtungsbahnen zum Einsatz. Eine sorgfältige Auswahl und Installation der Attika Abdichtung ist von großer Bedeutung, um ein langlebiges und funktionales Flachdach zu gewährleisten.

Die DIN 18 531 regelt die Dachabdichtungen für nicht genutzte Dächer. Hierbei werden insbesondere die Eigenschaften und Beanspruchungen festgelegt. Wenn es um eine Attika Abdichtung geht, gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Bitumen, Kunststoff oder Flüssigabdichtungen. Allerdings müssen die jeweiligen Materialien den Anforderungen des Flachdach mit Attika entsprechen. Abhängig davon, ob die Abdichtung über der Dämmung (Warmdach) oder unter der Dämmung (Umkehrdach) angebracht wird, müssen unterschiedliche Kriterien beachtet werden. Es ist wichtig zu wissen, dass nur Systeme eingesetzt werden dürfen, die eine technische Zulassung auf Basis der ETAG 005 besitzen und baurechtlich zugelassen sind.

Attika abdichten 1

Flachdach abdichten mit Bitumen

Für die Abdichtung vom Flachdach mit Attika ist Bitumen ein häufig eingesetztes Material. Als Produktnorm dient hier die DIN EN 13 707. Bitumen unterscheidet sich von Teer und anderen bituminösen Stoffen, die bis in die 1980er-Jahre unter einem gemeinsamen Begriff zusammengefasst wurden. Bitumen ist ein thermoplastischer Werkstoff, der durch Erwärmung von fest über zähflüssig bis dünnflüssig wird. Das Material ist nahezu unlöslich in Wasser und eignet sich daher sehr gut zur Abdichtung von Bauteilen gegen Wasser. Bei der Verlegung von Bitumenbahnen werden diese mittels offener Flamme miteinander verschmolzen, um eine dauerhafte und wasserdichte Verbindung zu erzeugen. Alternativ gibt es auch bituminöse Dichtungsbahnen, die kaltselbstklebend ausgerüstet sind. Mit Bitumen kann jede Attika Abdichtung zuverlässig und wasserdicht ausgeführt werden. In diesem Fall erfolgt die Verlegung nach Abzug einer Trennfolie, die das Verkleben während der Lagerung der Dichtungsbahnen verhindert.

Durch die mehrlagige Verlegung mit überlappender Naht und Stoßflächen entsteht eine vollflächige Verschmelzung der Lagen, die sicherstellt, dass entstandene Risse geschlossen werden. Dies ist wichtig, da in der Deckschicht durch Auf- und Abrollen sowie durch Bewitterung feine Risse entstehen, durch die Wasser eindringen kann. Daher ist üblicherweise mindestens eine zweilagige Verlegung erforderlich, um die Dichtwirkung sicherzustellen.

Flachdach mit Attika Detail Abdichtung Bitumen

Die Abdichtung an der Flachdachattika sollte vor UV-Strahlung und mechanischer Beschädigung geschützt wird. Hierfür wird ein Abdeckblech verwendet, das die hochgezogene Bahn abschirmt. Bei der Auswahl der Dämmung für Flachdächer kann auf alle gängigen Materialien zurückgegriffen werden, die eine Zulassung haben. Das Abdeckblech wird an der Attika über ein Haftblech befestigt, das direkt mit der Attika verschraubt ist und somit für eine stabile Konstruktion sorgt.

Attika Abdichtung 2

Flachdach abdichten mit Kunststoff

Kunststoffdichtungsbahnen werden in der DIN EN 13 956 geregelt. Im Gegensatz zu bitumenhaltigen Bahnen erzielen sie ihre wasserdichte Wirkung durch ihren einlagigen Querschnitt selbst. Daher ist es besonders wichtig, dass Naht- und Anschlussverbindungen sorgfältig angebracht werden. Die DIN V 20 000-201 listet die geeigneten Werkstoffgruppen auf. Kunststoffdichtungsbahnen werden lose verlegt und müssen für eine Windsogsicherung entweder mechanisch befestigt oder schwer belastet werden. Im Falle einer Sanierung eines Flachdach mit Attika lassen sie sich aufgrund ihrer lose Verlegung leicht ausbauen und wiederverwenden.

Flachdach mit Attika Detail Warmdach mit Kunststoffabdichtung

Mit einer Schutzlage in Form von Kies über der Dämmung, welche gleichzeitig wasserabweisend ist, ist kein Zuschlag auf den U-Wert erforderlich. Da das Dämmmaterial XPS sehr hart ist und scharfe Kanten hat, ist es wichtig, einen Dämmkeil unter die Abdichtung zu legen und eine Schutzlage einzubauen. Wenn die Dämmung abgefast wird, kann der Dämmkeil jedoch entfallen. Die Attika wird direkt vom Dach, über das Ende der Abdekplatte.

Attika Abdichtung 3

Flachdach abdichten mit Flüssigabdichtung

Die Flüssigabdichtung ist dann eine bevorzugte Variante, wenn sie besonders bei einer Vielzahl an Details, Anschlüssen und Durchdringungen auf engem Raum zur Anwendung kommt. Um den Anforderungen zu genügen, erfolgt die Flüssigabdichtung immer mit einer Vlieseinlage, die die Reißfestigkeit erhöht, das Dehnvermögen limitiert und die erforderliche Schichtdicke gewährleistet. Obwohl die Materialkosten im Vergleich zu einer bahnenförmigen Abdichtung höher sind, gleicht die bessere Verarbeitbarkeit bei vielen Anschlüssen und Durchdringungen diesen Nachteil teilweise aus. Die Flüssigabdichtung wird in flüssiger Form auf das Dach aufgebracht. Besteht der Flüssigkunststoff aus mehreren Komponenten, werden diese vor Ort gemischt und anschließend verarbeitet.

Um sicherzustellen, dass keine Luftblasen im Abdichtungsmaterial vorhanden sind, können sie einfach mit einem Pinsel oder einer Rolle ausgestrichen werden. Die Aushärtung des Materials hingegen erfolgt entweder durch physikalische Trocknung oder chemische Reaktion und ist temperaturabhängig. Wenn die Verarbeitungstemperatur unter 5°C liegt, kann es schwieriger sein, die Abdichtung hinzubekommen. In einigen Fällen kann jedoch die Verwendung von Reaktionsbeschleunigern oder -verzögerern helfen, den Aushärtungsprozess zu beeinflussen.

Mit einer Flachdachattika Abdichtung, insbesondere mit der Flüssigabdichtung, kann eine hochwertige und zuverlässige Dachabdichtung erreicht werden.

Attika Abdichtung 4

Flachdach abdichten mit weißer Wanne

Wenn Betonplatten als wasserundurchlässiges Bauteil ausgebildet werden, können Ortbetondächer ohne zusätzliche Abdichtung hergestellt werden. Der Beton übernimmt beide Funktionen, die des tragenden sowie des abdichtenden Elements. Es ist jedoch zu beachten, dass Risse im Beton entstehen können, wenn die Zugbeanspruchung die Zugfestigkeit des Betons überschreitet. Ziel ist es, die Größe der Risse auf ein bestimmtes Maß zu begrenzen. Die meißten Flachdächer fallen in die Beanspruchungsklasse 1 (nicht drückendes Wasser auf horizontalen Flächen). Die Richtlinie für Nutzungsklasse A (z.B. Wohnungs- und Verwaltungsbau) fordert, dass keine Trennrisse im Beton auftreten. Biegerisse sind unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, aber es ist wichtig, dass alle Elemente der Attika Abdichtung sorgfältig ausgeführt werden, um die Dichtheit des Daches sicherzustellen.

Eine sorgfältige Planung bei der Errichtung eines Dachs ist von großer Bedeutung, um unerwünschte Spannungen, durch zum Beispiel Temperaturschwankungen, zu vermeiden. Besonders bei größeren Dachflächen sollte eine ausreichende Anzahl von Fugen eingeplant werden, um eine optimal funktionierende Dämmung zu gewährleisten. Bei der Verwendung einer wasserundurchlässigen Betonplatte als Dachdeckung ist eine Mindestdicke von 18cm zu beachten, um eine ausreichende Stabilität zu gewährleisten. Eine solche Konstruktion kann wirtschaftlich sinnvoll sein, erfordert jedoch einen erhöhten Planungsaufwand und ist fehleranfälliger als eine konventionelle Abdichtung.

Mehr Informationen zum Thema Flachdach abdichten auf Baunetzwissen.de sowie in der Literatur von Klaus Sedlbauer, Eberhard Schunck, Rainer Barthel, Hartwig M. Künzel im Flachdach Atlas.

Attika Detail Weiße Wanne
  1. Kiesschüttung
  2. Schutzblech
  3. XPS
  4. Abdeckblech, Haftblech, Schutzlage
  5. Abdeckplatte bzw. thermische Trennung
  6. Fassade

Mehr Informationen zur Flachdachsanierung allgemein erhalten Sie hier.

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